Partnerschule für Europa mit deutsch-englischer Abteilung
Das THG ist eine moderne Schule mit einem attraktiven Bildungsangebot – und der Bilingualzug ist das Kernstück unseres in sich stimmigen Angebotes! Mit Spanisch seit 1998 und verstärktem Englisch im Bilingualzug seit 2001 hat das THG die beiden wichtigsten Sprachen der westlichen Welt im Angebot.
Sprachlich sehr begabte und motivierte Schüler können das Abitur mit drei modernen Fremdsprachen Englisch, Französisch und Spanisch erwerben - ein sprachliches Abitur auf sehr hohem Niveau.
Aber der Bilingualzug ist auch für Schüler interessant, die ihren Schwerpunkt in den Naturwissenschaften sehen: sie machen mit nur zwei Fremdsprachen Abitur, erwerben aber bereits in der Schule eine hohe sprachliche Kompetenz in Englisch, der grundlegenden Standardsprache in den Naturwissenschaften.
Nicht zu vergessen ist die wachsende Gruppe von Schülern, die einen Teil ihrer Kindheit im Ausland verbracht und sich dort bereits an Englisch als Verkehrssprache gewöhnt haben oder die einen Elternteil mit der Muttersprache Englisch haben. Gerade auch für diese Schüler ist der Bilingualzug ein attraktives und notwendiges Angebot.
Was heißt nun „bilingual“?
Zweisprachiger Unterricht bedeutet, dass ab der 7. Klasse in bestimmten Sachfächern an Stelle der Muttersprache Deutsch die erste Fremdsprache als Unterrichtssprache verwendet wird. Diese Sachfächer sind Erdkunde in den Klassenstufen 7 und 8, Geschichte in 8 und 10 sowie Biologie in den Klassenstufen 9 und 10.
Der Unterricht findet dann grundsätzlich in Englisch statt. Nur wenn bei sehr schwierigen Stoffinhalten die Verständigung versagt, wird die Muttersprache erläuternd herangezogen. Da dieselben Inhalte erarbeitet werden müssen, wie sie im Bildungsplan auch für „Normalklassen“ festgelegt sind, und auch das deutsche Fachvokabular mitgelernt werden muss, haben Schüler im Bilingualzug grundsätzlich ein oder zwei Wochenstunden mehr Unterricht!
Der Grundgedanke des bilingualen Konzepts liegt darin, dass die erste Fremdsprache nicht mehr nur Lerngegenstand – wie im üblichen Fremdsprachenunterricht – ist, sondern selbst zur Kommunikationssprache wird.
Die Bilis, wie die Bilingualschüler liebevoll heißen, können und müssen also bereits frühzeitig die wichtigste Weltsprache in realitätsnahen Situationen anwenden. Das vertiefte Lernen der ersten Fremdsprache ist dann gewissermaßen ein Nebenprodukt der Vermittlung von geografischem, historischem oder biologischem Fachwissen.
Bilingualzug im achtjährigen Gymnasium
Im Vergleich zum alten G9 haben die erste und zweite Fremdsprache zusammen am meisten Unterrichtsstunden eingebüßt: insgesamt stehen nur noch 40 statt früher 50 Jahreswochenstunden auf dem Stundenplan, ein Verlust von 20 Prozent. Trotzdem hat in der Unterstufe und im Bilingualzug die Sprachenbelastung aus folgenden Gründen zugenommen:
- Die zweite Fremdsprache beginnt bereits in Klasse 6.
- Im Gegensatz zu G9, wo pro Klassenstufe jeweils nur ein Sachfach in Englisch unterrichtet wurde, werden nun in den Klassen 8 und 10 jeweils zwei Sachfächer in der Fremdsprache unterrichtet.
- Ob Lernziele in G9 oder Bildungsstandards in G8 – das solide Erlernen einer Sprache fordert Zeit und Übung. Weniger Unterrichtszeit bedeutet höheres Lerntempo!
- Mit dem Abiturzeugnis erhalten die Schüler das „Bilinguale Zertifikat Deutsch/Englisch“, in dem aufgelistet ist, an welchen bilingualen Angeboten sie bis zum Abitur teilgenommen haben (in der Kursstufe beispielsweise an einem Seminarkurs oder dem Fach Biologie). Legen sie schließlich die schriftliche Abiturprüfung im Fach Biologie auf Englisch ab, so erhalten sie das Zertifikat „Internationales Abitur Baden-Württemberg“.
Die Lösung am THG
- Die wesentlichen Weichenstellungen – zweite Fremdsprache, Bilingualzug, N- oder S-Profil – sind unabhängig voneinander und können nacheinander am Ende der Klasse 5, 6 bzw. 7 getroffen werden
- Die Entscheidung für oder gegen den Bilingualzug fällt erst am Ende der Klasse 6 in Absprache zwischen dem THG und den Eltern - zu einem Zeitpunkt, wenn Lernverhalten und Leistungsvermögen eines Kindes im Gymnasium beurteilt werden können.
- Alle Schüler in den Klassen 5 haben zwei Wochenstunden und in den Klassen 6 eine Wochenstunde mehr Englisch. Diese zusätzlichen Stunden sollen dazu dienen,
- mehr Übungszeit für die erste Fremdsprache zu haben,
- die Sprach- und Ausdrucksfähigkeit intensiv zu schulen und
- geografisches Fachvokabular vorzubereiten und einzuüben.
Verstärkter Englischunterricht in den Klassen 5 und 6
Die Entscheidung für das THG bedeutet mehr Englischunterricht in den Klassen 5 (zwei Wochenstunden) und 6 (eine Wochenstunde). In diesen Stunden wird vor allem die kommunikative Kompetenz im Englischen gefördert, um den künftigen Bilis eine unbefangene Verständigung in Englisch zu erleichtern.
Dies geschieht, indem Schüler verschiedene Projekte in Gruppen oder auch in Einzelarbeit durchführen und sie wöchentlich vor der Klasse vorstellen müssen. Die Fremdsprache wird somit zur Routine und jegliche Scheu, sie zu verwenden, weicht. Außerdem wird eine wichtige Vorentlastung des Vokabulars für den in Klasse 7 beginnenden bilingualen Geographieunterricht erreicht. Dazu wird ein Vorkurs „First Steps to Geography“ behandelt, welcher diverses Transportvokabular z.B. zum Beschreiben von Bildern, Graphiken, Tabellen etc. einführt, aber auch Fachvokabular zu ersten geografischen Inhalten vermittelt (z.B. Wetter und Wasserkreislauf, Landwirtschaft in Großbritannien, das Gradnetz der Erde u.a.).
Bis Ende der Klasse 6 haben Bilingualschüler alle Hemmungen überwunden, sich auf Englisch zu verschiedensten Inhalten zu äußern. Eltern mit Kindern im Bilingualzug, welche den Vergleich zu Geschwistern mit traditionellem Englischunterricht haben, bemerken oft erstaunt, wie selbstbewusst und mühelos sich ihr Kind schon nach wenigen Wochen in der Fremdsprache ausdrückt.
Welche Kinder sind im Bilingualzug erfolgreich?
Der Bilingualzug erfordert mehr Fleiß, Interesse, Lernbereitschaft und Ausdauer von den Schülern. Da wesentlich mehr Vokabular über die Jahre gelernt werden muss, bedeutet dies einen erhöhten Arbeitsaufwand. Dieser kann von Kindern bewältigt werden, die bereits am Ende der Grundschule relativ selbständig ihre Aufgaben erledigen und sich um ihre Materialen (z.B. Schulranzen packen) eigenständig kümmern. Eifrige, fleißige und arbeitswillige Kinder, die selbst den Wunsch äußern, den Bilingualzug zu besuchen, und gerne mehr tun, als nötig ist, werden dann auch erfolgreich sein. Außerdem tun sich Kindern leichter, die im Deutschen über solide Sprach- und Grammatikkenntnisse verfügen und in ihrem Wesen offen, gesprächig und aufgeweckt sind.
Ob ein Schüler für den Bilingualzug geeignet ist und ob er die Mehrbelastung durch die Unterrichtssprache Englisch problemlos bewältigen kann, darf nicht nur über seine Leistungen in Englisch und den bilingualen Sachfächern beurteilt werden. Auch Bilis haben nur eine begrenzte Kraft und Energie, müssen jedoch genauso wie alle anderen im gesamten Fächerkanon über Deutsch, Mathematik, die zweite Fremdsprache bis hin zum Fach Musik zufrieden stellende Leistungen erbringen. Was nützen schöne Noten in Englisch und dem bilingualen Sachfach, wenn die Leistungen in Mathematik, einer Naturwissenschaft oder der zweiten Fremdsprache nicht ausreichen?
Deshalb haben die Eltern eine besondere Verantwortung. Sie müssen ehrlich sein zu sich und ihrem Kind. Im Zweifelsfall darf ein Kind nicht in den Bilingualzug geschickt werden. Lieber ein glücklicher Schüler, der im „Normalzug“ Abitur macht, als ein überforderter Bili, der dann schnell seine Versetzung und nicht selten sogar einen mittleren Bildungsabschluss gefährdet!
„Partnerschule für Europa“
Im Jahre 2001 hat die damalige Kultusministerin Dr. Annette Schavan dem THG den Titel „Partnerschule für Europa“ verliehen: „Das Kultusministerium würdigt die vom Theodor-Heuss-Gymnasium Pforzheim unternommenen Bemühungen, die Europafähigkeit der Schülerinnen und Schüler zu stärken und sie – auch im Rahmen der bilingualen Abteilung – im Blick auf ihre interkulturelle Kompetenzen besonders zu fördern.“ Das THG war das 16. Gymnasium in Baden-Württemberg, das diese Bezeichnung führen durfte.
„Partnerschule für Europa“ ist mehr als ein schöner Titel. Wir verstehen ihn als Verpflichtung,
- überdurchschnittlich motivierten und sprachbegabten Schülern in der Region Pforzheim den Bilingualzug als besonderes Bildungsangebots dauerhaft und auf hohem Niveau zu garantieren,
- sie in besonderem Maße für den Arbeitsmarkt der Zukunft in einer globalisierten Welt zu qualifizieren
- das Verständnis für und die Verständigung mit anderen Ländern und Kulturen zu fördern.
Dieses Ziel ist nicht alleine mit einer deutsch-englischen Abteilung und Bilingualunterricht zu erreichen. Studienfahrten, Schulpartnerschaften und Schüleraustausch sowie Kontakte zu Industrie und Wissenschaft gehören dazu. Aber auch ein Menschenbild und Selbstverständnis, das von Offenheit geprägt ist – Offenheit für andere Kulturen.