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COMENIUS-Austausch: Endlich sind sie da!


Dieses Projekt wurde mit Unterstützung der Europäischen Kommission finanziert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung trägt allein der Verfasser; die Kommission haftet nicht für die weitere Verwendung der darin enthaltenen Angaben.
Vom 10.04.-19.04.2013 fand der Gegenbesuch von zwanzig italienischen Austauschschülern und ihren zwei Lehrerinnen am THG Pforzheim im Rahmen des Comenius-Projektes statt. Zusammen unternahmen wir Schüler aus den zehnten und elften Klassen mit unseren Austauschpartnern viele verschiedene Ausflüge und erarbeiteten eine unterhaltsame Show. Der Schüleraustausch mit dem Liceo S. Pertini (in Ladispoli nahe Rom) fand unter dem Motto „Io sono Italiano – Ich bin deutsch – We are teenagers!“ statt. Nachdem wir unsere Gäste persönlich am Flughafen in Empfang genommen hatten, fuhren wir mit ihnen ins Lehner’s. Dort aßen wir typisch deutsches Essen (Schnitzel bzw. Käsespätzle) und schauten mit Begeisterung das Spiel Bayern gegen Juve, welches zum Ärger der Italiener ausging!

Am Morgen des ersten Tages erlebte jede Familie ihre eigene Überraschung, wie zum Beispiel als eine Mutter ihren Austauschschüler fragte: „Have you already called your parents?“ und er halbwegs passend antwortete: „Yes, everyday.“, dabei aber auf seine Haare zeigte.

Alle Austauschschüler gaben sich jedoch Mühe, morgens früh aus dem Bett zu kommen, um den Bus zu erwischen. In den Schultag starteten die italienischen Schüler gemeinsam mit der 10b bzw. 10d mit einer englischen Schulstunde, von einer italienischen Lehrerin gehalten, die sie auf den Besuch im KZ am Dienstag vorbereitete. Während eines Spazierganges an der Enz entlang, wo es erstaunlich viel zu fotografieren gab, und des Besuch der Schmuckwelten inklusive des traumhaften Blicks vom Sparkassenturm lernten die Italiener ihre neue Umgebung kennen. Zum netten Ausklang des Tages trafen wir uns alle in einer Bar in der Stadt.

Am Freitag fuhren die Italiener nach Heidelberg, wo sie nach italienischer Manier mehr Zeit brauchten als geplant, wodurch sie auch eine Stunde später als geplant zurück nach Pforzheim kamen. Abends trafen wir uns aber noch alle zum Grillen, wo die Italiener versuchten die Kälte mit Gesang zu vertreiben.

Das Wochenende verbrachten wir alle zusammen, wodurch viele neue Freundschaften entstanden. Mit dem Zug fuhren wir samstags nach Karlsruhe. In größeren Gruppen versuchten wir unter der Berücksichtigung der Interessen aller shoppen zu gehen. Außerdem zeigten wir ihnen das Karlsruher Schloss, wo dieses Foto entstand: Nachdem wir die ganze Zeit zusammen geblieben waren, schlichen sich einige Austauschschüler doch noch von der Gruppe weg, zehn Minuten bevor unser Zug fuhr. Glücklicherweise erreichten wir einen von ihnen auf dem Handy; leider befanden sich die „Ausreißer“ am anderen Ende der Fußgängerzone, wo wir sie dann entspannt auf einer Bank sitzend und plaudernd fanden. Zum Abendessen gingen einige nach Hause und andere blieben gleich in Pforzheim, wo wir uns später alle trafen und einen turbulenten Abend erlebten.

Sonntags unternahmen wir auf Wunsch der Italiener einen Ausflug in den Schwarzwald. Bei traumhaftem Wetter fuhren wir mit der S-Bahn nach Bad Wildbad und mit der Sommerbergbahn auf den Berg. Einige Italiener hatten sich vorgestellt, sich nun schön in ein Café zu setzen, doch wenn man schon in den Schwarzwald geht, muss man halt wandern. Also wanderten wir für die Deutschen kriechend langsam und für die Italiener anstrengend wie ein Marathon den 8 km langen Weg zur Grünhütte in drei Stunden.

Abends trudelten wir alle langsam beim City Bowling Pforzheim ein. Für einen Konkurrenzkampf zwischen den Deutschen und Italienern wurden beim Bowlingspielen erneut erstaunliche Kräfte mobilisiert.

Den Montag verbrachten wir in Pforzheim. Vormittags spielten wir Volleyball, Basketball und Fußball mit den anderen Zehntklässlern in der Benckiser-Halle und danach bereiteten wir uns intensiv auf unsere Show am Donnerstag vor. Mittags wurde unter der tatkräftigen Leitung von Herrn Straehler-Pohl unser Wandgemälde unter der Nordstadtbrücke fertiggestellt, mit dem wir schon eine Woche vorher angefangen hatten. Für den Abend hatte uns das Centro Culturale Italiano in der Nordstadt eingeladen. Dort erlebten wir einen typisch italienischen Abend mit Kartenspielen, Pizza und Gesang. Die Italiener waren so in ihrem Element, dass sie uns sogar auf Italienisch ansprachen.

Wie bereits erwähnt, fuhren die Italiener am Dienstag mit den Klassen 10b und 10d nach Struthof, und abends besuchten wir spontan nochmal das Centro Culturale, wo die Italiener wieder das italienische Essen genossen.

Darauf folgte am nächsten Tag ein weiteres Highlight in Form des Mercedes-Benz-Museums in Stuttgart. Staunend und beeindruckt liefen wir durch die Hallen; für die Innenstadt blieb da leider nicht mehr viel Zeit. Im Zug waren die Italiener mit Abstand die lautesten Fahrgäste und einige fuhren aus Versehen einen Bahnhof zu weit.

Am Abend trafen wir uns alle im Skiclub Birkenfeld, wo man so langsam das aufkommende Heimweh der Italiener spürte, die ihre gewohnte Umgebung in Form der Familien, Freunde und auch ihres Bettes vermissten.

Den letzten Tag verbrachten wir in Pforzheim und probten intensiv für die Show am Abend, zu der unsere Freunde und Familien eingeladen waren. Mittags fanden wir noch die Zeit, kurz das Wandgemälde offiziell an die Stadt Pforzheim zu überreichen. Dort tanzten wir alle im Anschluss noch unseren flashmob, den wir schon in Italien für unsere Show vorbereitet hatten.

In die Show am Abend brachten sowohl die deutschen als auch die italienischen Schüler ihre individuellen musikalischen, schauspielerischen und sportlichen Talente ein. Harmonisch agierten die einzelnen Charaktere miteinander und führten die Zuschauer durch den Alltag eines Teenagers.

Am nächsten Morgen, bei einem gemeinsamen Frühstück in der Schule, saßen wir alle noch einmal zusammen. Danach tanzten wir unseren flashmob auf dem Pausenhof, bevor wir uns unter Tränen verabschiedeten.

Wir alle danken den Lehrern Frau Wettig und Herrn Ebinger, die alles für uns organisiert und die schwierige Aufgabe der Verständigung gemeistert haben. Ein besonderer Dank gilt der Schulleitung, die es uns erlaubt hat, eine so unvergessliche Zeit zu erleben, die leider nur viel zu kurz war.

Sarah Bopp, 10c