HomeUnterrichtProjekteDie Zukunft der Erinnerung – THG-Schüler erarbeiten Ausstellung zum 23. Februar 1945

Die Zukunft der Erinnerung – THG-Schüler erarbeiten Ausstellung zum 23. Februar 1945

Geschichtliches Wissen ist der Ursprung fundierter historischer Urteile. Und dass Investition in Wissen noch immer die besten Zinsen bringe, wusste schon Benjamin Franklin zu berichten. Die Richtigkeit dieses Gedankens stellt die Klasse 9d des Theodor-Heuss-Gymnasiums Pforzheim mit der von ihr unter der Leitung ihres Geschichtslehrers Sven Hübner erarbeiteten Ausstellung über Pforzheim und den 23. Februar 1945 überzeugend unter Beweis.

„Das ist Geschichte. Man muss sich selbst Gedanken machen. Und das hat die Klasse ausgesprochen differenziert getan“, würdigte Dr. Christian Groh, der stellvertretende Leiter des Stadtarchivs Pforzheim, die Arbeit der Schüler. Drei Mal waren diese im Laufe des Projekts im Stadtarchiv und erhielten dort fachkundige Unterstützung. „Die Arbeit mit den alten Büchern und Fotos hat am meisten Spaß gemacht“, berichtet dann auch Jana Pohl, Schülerin der 9d. Neben dem Stadtarchiv, einem der Bildungspartner des THG, erhielten die Schüler fundierte Unterstützung vom Volksbund deutscher Kriegsgräberfürsorge e.V.

Im Zuge des Erstellens der Ausstellung, welche am 19. Februar am THG eröffnet wurde, beschäftigten sich die Schüler mit zahlreichen Facetten dieses so geschichtsträchtigen Datums der Pforzheimer Geschichte. Sie fragten nach den Gründen für die Bombardierung und den Zielen der Alliierten ebenso, wie nach der Legitimität des „Moral bombings“ und dem Umgang mit dem Geden-ken in Vergangenheit und Zukunft. So wird in der Ausstellung beispielsweise dezidiert herausgearbeitet, dass die Teilnahme an den Gedenkveranstaltungen auf dem Hauptfriedhof stetig abnimmt. Erinnerung aber ist wichtig für das kulturelle Gedächtnis einer Gesellschaft. Allerdings, so die Schüler, komme es auf einen zeitgemäßen Umgang mit der Erinnerung an, um sie am Leben erhalten zu können. Insbesondere in diesen Fragestellungen zeigt sich die Sensibilität und der differenzierte Umgang der Schüler mit dem historischen Gegenstand. „Schule lebt von Klassen wie der 9d und Lehrern, die sich über den Unterricht hinaus engagieren“, bemerkte Heike Reifurth, die stellvertretende Schulleiterin des THG. Die Zukunft des Erinnerns auch.