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Bilingualer Zug

Als Partnerschule für Europa mit bilingualer deutsch-englischer Abteilung und als MINT-freundliche Schule mit Schwerpunkten in den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik ist es uns ein Anliegen, die beiden Bereiche Fremsprachen und Naturwissenschaften eng zu verzahnen. Daher bildet seit 2001 der deutsch-englische Bilingualzug mit verstärktem Englisch das Kernstück unseres Angebots. Damit wollen wir sprachlich begabte Schüler und Schülerinnen für die Naturwissenschaften begeistern und umgekehrt die naturwissenschaftlich interessierten Schüler und Schülerinnen auf hohem Niveau in der Weltsprache Englisch ausbilden.

Der Grundgedanke des bilingualen Konzepts liegt darin, dass die erste Fremdsprache Englisch nicht mehr nur– wie im üblichen Fremdsprachenunterricht - Lerngegenstand ist, sondern selbst zur Kommunikationssprache wird. Daher wird ab der 7. Klasse in bestimmten Sachfächern an Stelle der Muttersprache Deutsch die erste Fremdsprache als Unterrichtssprache verwendet wird. Diese Sachfächer sind Erdkunde in den Klassenstufen 7, 8 und 10, Geschichte in 8 sowie Biologie in den Klassenstufen 9 und 10.

Damit bietet das THG den sprachlich Begabten und Motivierten die Chance, das Abitur mit drei modernen Fremdsprachen (Englisch, Französisch und Spanisch) zu erwerben, ohne dabei die Naturwissenschaften zu vernachlässigen – ein sprachliches Abitur auf sehr hohem Niveau. Gleichzeitig ist der Bilingualzug aber auch interessant für die naturwissenschaftlich Begabten: Sie machen das Abitur mit zwei Fremdsprachen, erwerben aber im Bilingualzug eine hohe sprachliche Kompetenz in Englisch, der grundlegenden Verkehrssprache in den Naturwissenschaften.

Im Folgenden finden Sie detaillierte Informationen, wie der Bilingualzug am THG umgesetzt wird.

Was heißt "bilingual"?

Zweisprachiger Unterricht bedeutet, dass ab der 7. Klasse in bestimmten Sachfächern an Stelle der Muttersprache Deutsch die erste Fremdsprache als Unterrichtssprache verwendet wird. Diese Sachfächer sind Erdkunde in den Klassenstufen 7, 8 und 10, Geschichte in 8 sowie Biologie in den Klassenstufen 9 und 10.

Der Unterricht findet dann grundsätzlich in Englisch statt. Nur wenn bei sehr schwierigen Stoffinhalten die Verständigung versagt, wird die Muttersprache erläuternd herangezogen. Da dieselben Inhalte erarbeitet werden müssen, wie sie im Bildungsplan auch für „Normalklassen“ festgelegt sind, und auch das deutsche Fachvokabular mitgelernt werden muss, haben Schüler im Bilingualzug pro bilingualem Sachfach grundsätzlich eine Wochenstunde mehr Unterricht!

Der Grundgedanke des bilingualen Konzepts liegt darin, dass die erste Fremdsprache nicht mehr nur– wie im üblichen Fremdsprachenunterricht - Lerngegenstand ist, sondern selbst zur Kommunikationssprache wird.

Die Bilis, wie wir unsere Bilingualschüler liebevoll nennen, können und müssen also bereits frühzeitig die wichtigste Weltsprache in realitätsnahen Situationen anwenden. Das vertiefte Lernen der ersten Fremdsprache ist dann gewissermaßen ein Nebenprodukt der Vermittlung von geografischem, historischem oder biologischem Fachwissen.

Bilingualzug im achtjährigen Gymnasium

Im Vergleich zum alten G9 haben die erste und zweite Fremdsprache zusammen am meisten Unterrichtsstunden eingebüßt: insgesamt stehen nur noch 40 statt früher 50 Jahreswochenstunden auf dem Stundenplan, ein Verlust von 20 Prozent. Trotzdem hat in der Unterstufe und im Bilingualzug die Sprachenbelastung aus folgenden Gründen zugenommen:

  • Die zweite Fremdsprache beginnt bereits in Klasse 6.
  • Im Gegensatz zu G9, wo pro Klassenstufe jeweils nur ein Sachfach in Englisch unterrichtet wurde, werden nun in den Klassen 8 und 10 jeweils zwei Sachfächer in der Fremdsprache unterrichtet.
  • Ob Lernziele in G9 oder Bildungsstandards in G8 – das solide Erlernen einer Sprache fordert Zeit und Übung. Weniger Unterrichtszeit bedeutet höheres Lerntempo!
  • Bilinguale Zertifikate gibt es am Ende der Klasse 10 oder mit der bestandenen Abiturprüfung bis hin zum Zertifikat „Internationales Abitur Baden-Württemberg“. Einzelheiten zum Erwerb der Zertifikate finden Sie hier. [Link]

Die Lösung am THG

  • Die wesentlichen Weichenstellungen – zweite Fremdsprache, Bilingualzug, N- oder S-Profil – sind unabhängig voneinander und können nacheinander am Ende der Klasse 5, 6 bzw. 7 getroffen werden.
  • Wir erwarten bei der Anmeldung in Klasse 5 die Entscheidung für oder gegen den besuch des Bilingualzuges, um die Klassen entsprechend einteilen zu können und spätere Klassenteilungen zu vermeiden.
  • Die Entscheidung für oder gegen den Bilingualzug fällt definitiv jedoch erst am Ende der Klasse 6 in Absprache zwischen dem THG und den Eltern - zu einem Zeitpunkt, wenn Lernverhalten und Leistungsvermögen eines Kindes im Gymnasium beurteilt werden können.
  • Alle Schüler in den Klassen 5 haben zwei Wochenstunden und in den Klassen 6 eine Wochenstunde mehr Englisch. Diese zusätzlichen Stunden sollen dazu dienen,
    • mehr Übungszeit für die erste Fremdsprache zu haben,
    • die Sprach- und Ausdrucksfähigkeit intensiv zu schulen und
    • geografisches Fachvokabular vorzubereiten und einzuüben.

Verstärkter Englischunterricht in den Klassen 5 und 6

Die Entscheidung für das THG bedeutet mehr Englischunterricht in den Klassen 5 (zwei Wochenstunden) und 6 (eine Wochenstunde). In diesen Stunden wird vor allem die kommunikative Kompetenz im Englischen gefördert, um den künftigen Bilis eine unbefangene Verständigung in Englisch zu erleichtern.

Dies geschieht, indem Schüler verschiedene Projekte in Gruppen oder auch in Einzelarbeit durchführen und sie wöchentlich vor der Klasse vorstellen müssen. Die Fremdsprache wird somit zur Routine und jegliche Scheu, sie zu verwenden, weicht. Außerdem wird eine wichtige Vorentlastung des Vokabulars für den in Klasse 7 beginnenden bilingualen Geographieunterricht erreicht. Dazu wird ein Vorkurs „First Steps to Geography“ behandelt, welcher diverses Transportvokabular z.B. zum Beschreiben von Bildern, Graphiken, Tabellen etc. einführt, aber auch Fachvokabular zu ersten geografischen Inhalten vermittelt (z.B. Wetter und Wasserkreislauf, Landwirtschaft in Großbritannien, das Gradnetz der Erde u.a.).

Bis Ende der Klasse 6 haben Bilingualschüler alle Hemmungen überwunden, sich auf Englisch zu verschiedensten Inhalten zu äußern. Eltern mit Kindern im Bilingualzug, welche den Vergleich zu Geschwistern mit traditionellem Englischunterricht haben, bemerken oft erstaunt, wie selbstbewusst und mühelos sich ihr Kind schon nach kurzer Zeit in der Fremdsprache ausdrückt.

Welche Kinder sind im Bilingualzug erfolgreich?

Der Bilingualzug erfordert mehr Fleiß, Interesse, Lernbereitschaft und Ausdauer von den Schülern. Da wesentlich mehr Vokabular über die Jahre gelernt werden muss, bedeutet dies einen erhöhten Arbeitsaufwand. Dieser kann von Kindern bewältigt werden, die bereits am Ende der Grundschule relativ selbständig ihre Aufgaben erledigen und sich um ihre Materialen (z.B. Schulranzen packen) eigenständig kümmern. Eifrige, fleißige und arbeitswillige Kinder, die selbst den Wunsch äußern, den Bilingualzug zu besuchen und gerne mehr tun, als nötig ist, werden dann auch erfolgreich sein. Außerdem tun sich Kindern leichter, die im Deutschen über solide Sprach- und Grammatikkenntnisse verfügen und in ihrem Wesen offen, gesprächig und aufgeweckt sind.

Ob ein Schüler für den Bilingualzug geeignet ist und ob er die Mehrbelastung durch die Unterrichtssprache Englisch problemlos bewältigen kann, darf nicht nur über seine Leistungen in Englisch und den bilingualen Sachfächern beurteilt werden. Auch Bilis haben nur eine begrenzte Kraft und Energie, müssen jedoch genauso wie alle anderen im gesamten Fächerkanon über Deutsch, Mathematik, die zweite Fremdsprache bis hin zum Fach Musik zufrieden stellende Leistungen erbringen. Was nützen schöne Noten in Englisch und dem bilingualen Sachfach, wenn die Leistungen in Mathematik, einer Naturwissenschaft oder der zweiten Fremdsprache nicht ausreichen?

Deshalb haben die Eltern eine besondere Verantwortung. Sie müssen ehrlich sein zu sich und ihrem Kind. Im Zweifelsfall darf ein Kind nicht in den Bilingualzug geschickt werden. Lieber ein glücklicher Schüler, der im „Normalzug“ Abitur macht, als ein überforderter Bili, der dann schnell seine Versetzung und nicht selten sogar einen mittleren Bildungsabschluss gefährdet!

Einmal bilingual – immer bilingual?

Einerseits erwarten wir von den Eltern, dass in der Klasse 5, spätestens aber mit Beginn der bilingualen Sachfächern in Klasse 7, eine wohlüberlegte und bewusste Entscheidung für den Bilingualzug getroffen wird. Unser Ziel ist es, die bilingualen Lerngruppen und Klassen stabil zu halten. Um insbesondere Grundschuleltern bei dieser Entscheidung zu helfen, gibt es jeweils im Februar oder März einen speziellen Informationsabend „Englisch am THG“. Den aktuellen Termin finden Sie jeweils auf unserer Terminübersicht.

Andererseits ermöglichen wir Schülern aus dem Bilingualzug auszusteigen, jedoch immer nur zum Ende eines Schuljahres. Abmeldungen im Schuljahr oder zum Schulhalbjahr sind nicht möglich.

Im Falle einer Abmeldung zum Schuljahresende bitten wir um eine formlose schriftliche Benachrichtigung an die Schulleitung bis zum Ende der ersten Schulwoche nach den Pfingstferien, um den Personalbedarf für das folgende Schuljahr präzise und korrekt durchführen zu können.

Gelegentlich gibt es auch Anfragen, noch nach Klasse 7 in den Bilingualzug zu wechseln. Ein späterer Wechsel in den Bilingualzug ist grundsätzlich nicht möglich. Ausnahmen erlauben wir Fällen, wenn Schüler aus dem englischsprachigen Ausland ans THG wechseln.