Theodor Heuss

Prof. Dr. Theodor Heuss (Bundespräsident 1949-1959)

1884
Geburt am 31. Januar in Brackenheim.
1902
Im Juli Abitur am KARLS-Gymnasium in Heilbronn, das heute seinen Namen trägt.
1902
Von 1902 bis 1905 Studium der Nationalökonomie in Berlin und München.
1905
Promotion zum Dr. rer. pol. bei Prof. Dr. LUJO BRENTANO in München (Thema der Dissertation: „Weinbau und Weingärtnerstand in Heilbronn am Neckar“); Eintritt in die Redaktion von FRIEDRICH NAUMANNs Zeitschrift „Hilfe" in Berlin. Im Lauf seines Lebens schreibt THEODOR HEUSS etwa 2000 Zeitungsartikel, Beiträge zu Buchausgaben; Reden, Briefe und Bücher.
1907
Übernahme des politischen Ressorts der Zeitschrift „Hilfe“ in Berlin.
1908
Am 11. April werden THEODOR HEUSS und ELLY KNAPP (25. Januar 1881 – 21. Juli 1952) von ALBERT SCHWEITZER in Straßburg getraut.
1910
Am 05. August Geburt des Sohnes ERNST LUDWIG.
1910
Eintritt in die „Fortschrittliche Volkspartei“, der er bis 1918 angehört.
1912
Chefredaktion der „Neckarzeitung" in Heilbronn.
1913
Redaktion der Halbmonatszeitschrift „März" in Heilbronn.
1918
Eintritt in die DDP (Deutsche Demokratische Partei).
1918
Mitglied der Geschäftsführung des „Deutschen Werkbundes“ in Berlin.
1918
Übernahme der Redaktion der Wochenzeitung „Deutsche Politik", der er bis 1922 angehört.
1919
Wahl als Bezirksverordneter in Schöneberg/Berlin; gleichzeitig Mitarbeiter der „Vossischen Zeitung" und der „Frankfurter Zeitung".
1920
Dozent für neuere Geschichte, Verfassungswesen und Parteikunde an der Deutschen Hochschule für Politik in Berlin.
1923
Übernahme der Redaktion der Zeitschrift „Die Deutsche Nation“, der er bis 1926 angehört.
1924
Wahl in den Deutschen Reichstag als Abgeordneter der Deutschen Demokratischen Partei (DDP); Eintritt in den Vorstand des Deutschen Werkbundes.
1928
Verlust des Mandates bei der Reichstagswahl.
1930
Rückkehr in den Deutschen Reichstag als Abgeordneter der Deutschen Staatspartei (DStP), (Umbildung der DDP in die Deutsche Staatspartei).
1932
In seiner Publikation „HITLERs Weg" analysiert und kritisiert HEUSS den Nationalsozialismus historisch, politisch und soziologisch; das Buch wird von den Nationalsozialisten nach 1933 öffentlich verbrannt.
1933
Am 23. März: HEUSS stimmt dem Ermächtigungsgesetz zu, das Reichstag und Reichsrat von der Gesetzgebung ausschließt und die nationalsozialistische Alleinherrschaft ermöglicht - wenn auch widerstrebend („THEODOR HEUSS hat sich vorher in der Fraktion gegen die Zustimmung ausgesprochen und auch schon einen Redeentwurf vorbereitet, mit dem er seine Stimmenthaltung begründen will – doch er beugt sich der Fraktionsdisziplin“); - im Mai: Entlassung als Dozent der Hochschule für Politik in Berlin durch die Nationalsozialisten; 12. Juli: Aberkennung des Reichstagsmandats.
1933
Erneut Herausgeber der Zeitschrift „Die Hilfe".
1936
Publikationsverbot, Ausscheiden aus der Redaktion und Herausgeberschaft der „Hilfe“.
1941
Mitarbeiter bei der Frankfurter Zeitung, wo HEUSS vor allem historische und kulturpolitische Aufsätze veröffentlicht.
1942
Die Nationalsozialisten verbieten den deutschen Zeitungen, etwas von HEUSS abzudrucken. Nicht alle Zeitungen halten sich an das Verbot. HEUSS veröffentlicht teilweise unter dem Pseudonym THOMAS BRACKHEIM.
1943
Übersiedlung nach Heidelberg im Herbst.
1945
HEUSS wird Lizenzträger der „Rhein-Neckarzeitung" in Heidelberg und „Kultminister" des Landes Württemberg-Baden in Stuttgart und übersiedelt nach Stuttgart.
1946
Gründung der „Demokratischen Volkspartei“ (DVP) für Württemberg-Baden in Stuttgart am 6. Januar; HEUSS wird Mitglied der Verfassungsgebenden Versammlung des Landtags am 30. Juni und Mitglied des Landtags am 10. Dezember; freiwilliger Verzicht auf Ministeramt im Dezember; Heuss wird Vorsitzender der DVP der US-Zone am 28./29. September.
1947
Vorsitzender der Demokratischen Partei Deutschlands (zusammen mit WILHELM KÜLZ); am 17. März Übernahme einer Honorarprofessur für politische Wissenschaft an der Technischen Hochschule in Stuttgart (Ernennung Anfang 1948).
1948
HEUSS wird am 1. September Abgeordneter des Parlamentarischen Rates in Bonn; Vorsitzender der in Heppenheim gegründeten Freien Demokratischen Partei (F.D.P.) am 12. Dezember - Zusammenschluss der westdeutschen liberalen Parteiverbände.
1949
Bestätigung als Bundesvorsitzender der FDP durch den Bundesparteitag in Bremen am 12. Juni; Wahl zum Bundestagsabgeordneten in Bonn am 14. August; Wahl zum Bundespräsidenten durch die Bundesversammlung in Bonn am 12. September; Verzicht auf das Amt des Bundesvorsitzenden der FDP.
1951
Zur Würdigung von Verdiensten um Volk und Staat stiftet er den „Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland" (Bundesverdienstkreuz in mehreren Stufen).
1952
Im Sommer erklärt er das Deutschlandlied zur Nationalhymne, unter der Maßgabe, dass lediglich die dritte Strophe gesungen werden darf.
1954
Am 17. Juli wird THEODOR HEUSS von der Bundesversammlung ohne Gegenkandidat für weitere fünf Jahre zum Bundespräsidenten gewählt.
1959
In seiner zehnjährigen Amtszeit hat HEUSS dem Amt des Bundespräsidenten durch Würde, Persönlichkeit und Geist ein weit über die formalen Rechte hinausgehendes Gewicht gegebenen und dazu beigetragen, Vorurteile in der Weltöffentlichkeit gegen die Deutschen abzubauen. Die Anerkennung für sein Wirken ist so groß, dass überlegt wird, eine Änderung des Grundgesetzes herbeizuführen und damit eine 3. Amtszeit für ihn zu erwirken. HEUSS selbst lehnt dies ab, er will keinen Präzedenzfall schaffen. Nach Ablauf seiner Amtszeit (am 12. September) zieht sich HEUSS auf seinen Ruhesitz in Stuttgart zurück; Oktober: In Würdigung seiner Lebensleistung wird HEUSS mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet.
1963
12. Dezember: THEODOR HEUSS stirbt in Stuttgart.
17. Dezember: Staatsbegräbnis auf dem Stuttgarter Waldfriedhof.
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