BILDUNGSPLAN GEOGRAPHIE KURSSTUFE (4-STÜNDIG)

FACHSPEZIFISCHE METHODENKOMPETENZEN

Die Schülerinnen und Schüler können
• Informationen aus Karten, Texten, Grafiken, Diagrammen, Statistiken, Bildern, Thermalscanneraufnahmen und Satellitenbildern gewinnen, interpretieren, dokumentieren, beurteilen und präsentieren;
• Strukturen und Prozesse in Form von Fließschemata, Wirkungsgefügen darstellen;
• Multimedia-Anwendungen, Datenbanken und Internet als Informationssysteme zur Auswertung aktuell statistischer und geographischer Informationen wie Wetterdaten, Satellitenbilder nutzen und Geographische Informationssysteme (GIS-Anwendungen) einsetzen;
• Rauminformationen in geeignete Darstellungsformen, auch computergestützt, umsetzen;
• eine Fallstudie und eine Raumanalyse beziehungsweise einen Raumvergleich als Struktur-, Prozess- und Wirkungsanalyse in einem definierten Raum durchführen;
• Prognosen als Planspiel oder mit Szenariotechnik beziehungsweise Zukunftswerkstatt-Methode umsetzen und durchführen;
• Untersuchungen vor Ort (Geländeaufnahmen, Kartierungen, Messungen) und Betriebserkundungen durchführen und mit den Institutionen vor Ort kommunizieren;
• geographische Übersichtsexkursionen vorbereiten, sich an der Durchführung aktiv beteiligen und deren Ergebnisse auswerten.

FACHKOMPETENZEN

1. Themenfeld: Reliefsphäre
Die Schülerinnen und Schüler können
• die grundlegenden Prozesse der Bildung von Gebirgen, Gräben, Plutonen und Vulkanen als Folge von endogenen Krustenbewegungen verstehen;
• den Gesteinskreislauf im Zusammenspiel seiner endogenen und exogenen Einzelprozesse erklären;
• die grundlegenden Prozesse der physikalischen und chemischen Verwitterung in ihrer Auswirkung auf die Oberflächenformen erläutern;
• die Wirkung und Formenbildung durch fluviatile Prozesse aufzeigen;
• die Genese einer ausgewählten Landschaft (Glazial-, Küsten-, Schichtstufen- oder Karstlandschaft) in Europa als Ausdruck der räumlichen und zeitlichen Differenzierung geomorphologischer Prozesse darstellen;
• die Bildung von Lagerstätten als Folge von endogenen und exogenen Vorgängen erläutern sowie die wirtschaftliche Bedeutung ausgewählter Ressourcen darlegen;
• die raumwirksamen Veränderungen einer ausgewählten Landschaft infolge wirtschaftlicher Aktivitäten unter dem Gesichtspunkt nachhaltiger Nutzung bewerten.
2. Themenfeld: Hydrosphäre
Die Schülerinnen und Schüler können
• die elementare Bedeutung des Wassers darstellen, die für den Wasserkreislauf relevanten abiotischen und biotischen Faktoren aufzeigen und grundlegende hydrosphärische Prozesse analysieren;
• die Bedeutung von Strömungen für die Stoff- und Energieverteilung in den Ozeanen und für die Verbreitung von Organismen verstehen;
• die durch Verknappung der elementaren Ressource Süßwasser entstehenden Gefahren und Konflikte beurteilen;
• für ein marines Ökosystem oder ein ausgewähltes wasserbauliches (Groß-)Projekt das Nutzungs und Gefährdungspotenzial erarbeiten und dazu Stellung beziehen.
3. Themenfeld: Atmosphäre
Die Schülerinnen und Schüler können
• lokale Wetterereignisse sowie das zonale und globale atmosphärische Wettergeschehen in seinen Grundzügen erklären;
• anhand von Wetterkarten und Satellitenbildern Wetterlagen analysieren und Wetterprognosen erstellen;
• das El-Niño-Southern-Oscillation-Phänomen erklären und Zusammenhänge mit globalen Veränderungen (Wetterveränderungen, Schadensereignissen) herstellen;
• anhand einer Klimaklassifikation das Klima in seiner räumlichen Differenzierung und in seiner Bedeutung hinsichtlich der geozonalen Gliederung der Erde erfassen;
• ausgewählte Lebensräume (Städte, Küsten-, Hochgebirgs-, Wüsten- oder Monsunregionen) hinsichtlich ihrer klimatischen Besonderheiten analysieren und deren ökologische Bedeutung beurteilen.
4. Themenfeld: Pedosphäre
Die Schülerinnen und Schüler können
• die physikalischen, biologischen und chemischen Prozesse in der Pedosphäre aufzeigen und den Boden als dynamisches Ökosystem verstehen;
• die Ausbildung charakteristischer Horizonte in Abhängigkeit von den Bodenbildungsfaktoren bei häufig vorkommenden Bodentypen (Braunerde, Parabraunerde, Schwarzerde, Rendzina, Podsol, Gley und tropischem Latosol) erläutern und die entsprechenden Bodenprofile zuordnen;
• die Bodeneigenschaften der häufig vorkommenden Bodentypen erläutern und diese zu einer landwirtschaftlichen Nutzung in Beziehung setzen;
• die Formen der Bodendegradation beschreiben, deren Ursachen und Wirkungszusammenhänge aufzeigen und potenzielle Abhilfemaßnahmen beziehungsweise Konzepte einer nachhaltigen Bodennutzung erörtern.
5. Themenfeld:
Wirtschaftliches Handeln und dessen Raumwirksamkeit ausgehend von der lokalen Ebene

Die Schülerinnen und Schüler können
• den Wandel wirtschaftlichen Handelns in seinen Auswirkungen auf die Gesellschaft untersuchen und erläutern;
• konventionelle und moderne Produktionskonzepte in der Industrie analysieren und die Ansätze nachhaltiger Entwicklung wirtschaftlichen Handelns erörtern;
• die Position als Konsument in seinen Auswirkungen auf wirtschaftliches Handeln bewerten;
• die unternehmerische Standortwahl und den Wandel von Standortfaktoren in ihrer Wirkung auf räumliche Strukturen branchenspezifisch beziehungsweise einzelbetrieblich untersuchen und bewerten;
• Organisationsformen industrieller Systeme darlegen;
• die Entwicklungszyklen der Wirtschaft mit der Raumentwicklung in Beziehung setzen;
• die landwirtschaftliche Produktion in Deutschland und die Strukturprobleme in der Landwirtschaft analysieren und dabei Rahmenbedingungen durch Agrarpolitik und Abhängigkeiten von Agrarmärkten berücksichtigen;
• das Ausmaß und die Folgen der Tertiärisierung der Wirtschaft erfassen und an ausgewählten Beispielen (Kommunikationstechnologie, Gesundheitswesen) erörtern;
6. Themenfeld:
Wirtschaftsstrukturen und Wirtschaftsprozesse auf regionaler und globaler Ebene

Die Schülerinnen und Schüler können
• ausgewählte Wirtschaftsregionen in Deutschland, Europa beziehungsweise außerhalb Europas analysieren, Entwicklungstendenzen herausarbeiten, bewerten und vergleichen;
• die Bedingungen und Formen von Wirtschaftsprozessen verstehen; die weltweiten Verflechtungen und Abhängigkeiten im Prozess der Globalisierung erkennen sowie die Ambivalenz des Globalisierungsprozesses deuten;
• Räume unterschiedlichen Entwicklungsstandes im Globalisierungsprozess von Wirtschaft und Gesellschaft in ihren Grundzügen analysieren;
• Projekte für eine ausgleichsorientierte Entwicklung und Strategien der Entwicklungszusammenarbeit diskutieren und bewerten.
7. Themenfeld:
Ausgewähltes globales Problemfeld und Handlungsansätze für nachhaltige Entwicklungen

Die Schülerinnen und Schüler können
• ein globales Problemfeld (Verstädterung, Disparitäten oder Massentourismus) hinsichtlich Ausmaß, Ursachen und Folgen analysieren;
• für ein globales Problemfeld Ursache-Wirkungszusammenhänge im Beziehungsgeflecht natürlicher, wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und politischer Faktoren aufzeigen und in ihrer Raumwirksamkeit verstehen;
• Handlungsansätze zur Problemlösung im Hinblick auf Nachhaltigkeit bewerten.
8. Themenfeld: Problemorientierte Strukturanalyse eines Raumes
Die Schülerinnen und Schüler können
• bedingende und auslösende Faktoren eines raumwirksamen Problems in ihrer Wechselwirkung analysieren und Lösungsansätze für ein konkretes Planungsbeispiel erarbeiten;
• auf kommunaler Ebene die Leitideen der Agenda 21 auf ein konkretes Planungsbeispiel übertragen.

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letzte Aktualisierung: 5.10.2004 | AGS
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