1. MENSCH SEIN – MENSCH WERDEN
- Die Schülerinnen und Schüler
- • können zentrale Aspekte des christlichen Menschenbildes wie Gottesebenbildlichkeit, Gemeinschaftswesen, Menschenwürde, Freiheit und Verantwortung erläutern;
- • sich mit anderen Konzeptionen des Menschseins auseinander setzen;
- • erläutern, inwiefern der christliche Glaube dem Menschen helfen kann, mit Freiheit, Grenzen und Schuld zu leben;
- • unter Berücksichtigung eigener Möglichkeiten und Grenzen verantwortlich Entscheidungen für ihren weiteren Lebensweg treffen.
2. WELT UND VERANTWORTUNG
- Die Schülerinnen und Schüler
- • kennen verschiedene Deutungen der Wirklichkeit, zum Beispiel Materialismus, Ökonomismus, Szientismus, und können sie entsprechend ihren Hintergründen und Folgen kritisch bewerten;
- • können ausgehend vom christlichen Weltverständnis und Menschenbild zu ethischen Problemen der Gegenwart Stellung beziehen, zum Beispiel Gentechnik, soziale Gerechtigkeit, Ökologie, Wahrung der Würde des Menschen in Medien, Frieden und Friedenssicherung;
- • können den eigenen Lebensstil reflektieren und werden sich der Verantwortung für sich und andere bewusst.
3. HERMENEUTIK: BIBEL UND TRADITION
- Die Schülerinnen und Schüler
- • verfügen über bibelpropädeutische Grundkenntnisse, um mit biblischen Texten sachgemäß umgehen zu können;
- • können zwischen der Oberflächen- und Tiefenstruktur religiöser Ausdrucksformen und Sprechweisen unterscheiden;
- • kennen gebräuchliche Symbole religiöser Traditionen und können sie deuten;
- • können anhand eines Werkes der Kunst, Poesie, Musik das Geheimnis und die Sakramentalität der Wirklichkeit verdeutlichen;
- • können religiöse Elemente und Impulse in der Lebenswelt der Gegenwart wahrnehmen und verfügen mit der biblisch-christlichen Tradition über einen Maßstab, um diese Elemente und Impulse einzuordnen.
4. DIE FRAGE NACH GOTT
- Die Schülerinnen und Schüler
- • können verschiedene Zugänge zum Gottesglauben reflektieren;
- • ausgehend von biblischer Tradition und menschlicher Erfahrung zentrale Aspekte des christlichen Gottesglaubens erläutern, zum Beispiel Schöpfer, Befreier, Retter und Vollender;
- • darlegen, dass Gott im jüdisch-christlichen Verständnis der ganz Andere ist und darum grundsätzlich unverfügbar bleibt;
- • sich mit anderen Vorstellungen auseinander setzen, zum Beispiel Atheismus, Agnostizismus, nicht-christliche Religionen.
5. JESUS DER CHRISTUS
- Die Schülerinnen und Schüler
- • können anhand eigener Erfahrungen, literarischer Zeugnisse oder kirchlicher Traditionen darlegen, welche Bedeutung Jesus Christus für Menschen haben kann;
- • zentrale Aspekte der Botschaft Jesu erläutern, wie sie in den Evangelien bezeugt sind: Reich- Gottes-Botschaft, Umkehr, Nächstenliebe;
- • ausgehend von einer Passionsgeschichte und einer Osterperikope erläutern, warum für Christen Jesus Christus der Grund ihrer Hoffnung ist;
- • zeigen, welche Auswirkungen der Glaube an die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus für das Gottes- und Menschenbild hat sowie für die Lebensgestaltung haben kann;
- • sich mit anderen Sichtweisen der Person Jesu auseinander setzen.
6. KIRCHE, KIRCHEN UND DAS WERK DES GEISTES GOTTES
- Die Schülerinnen und Schüler
- • können an einem Beispiel aufzeigen, inwiefern Kirche in Jesus Christus gründet und nicht mit dem Reich Gottes gleichzusetzen ist;
- • können exemplarisch verdeutlichen, dass Person und Botschaft Jesu, die Bibel und die Tradition für das Selbstverständnis, die Verkündigung und das Handeln der christlichen Kirchen grundlegende Bedeutung haben;
- • kennen ansatzweise theologische Unterschiede zwischen der Katholischen Kirche und den Kirchen der Reformation;
- • können Verpflichtungen und Leistungen der Kirchen für die Gesellschaft benennen und diese exemplarisch konkretisieren.
7. RELIGIONEN UND WELTANSCHAUUNGEN
- Die Schülerinnen und Schüler können unter Bezug auf zentrale Aussagen des christlichen Glaubensbekenntnisses das Proprium des Christentums gegenüber anderen Religionen und Weltanschauungen darstellen und Gemeinsamkeiten mit ihnen aufzeigen, zum Beispiel
- • an den Beziehungen zum Judentum;
- • am Gottesbild;
- • im Verständnis Jesu Christi;
- • am Menschenbild;
- • an der Suche nach einer gerechten Gesellschaftsordnung;
- • am Umgang mit Heiligen Texten.
VERBINDLICHE THEMENFELDER
THEMENPAAR I
• Kirche
• Wissen und Glauben
oder
THEMENPAAR II
• Die Frage nach Gott
• Gerechtigkeit – Lebensprinzip der Gesellschaft
oder
THEMENPAAR III
• Jesus Christus
• Mensch sein
Von der Schulbehörde wird auf Vorschlag der Kirchen
vorab ein Themenpaar für einen Abiturjahrgang
festgelegt. Die Behandlung dieses Themenpaares ist
verpflichtend. „Jesus Christus“ ist im Unterricht des
Neigungsfaches in jedem Fall zu berücksichtigen.
Die Gestaltung der verpflichtenden Themen sowie
der verbleibenden Unterrichtszeit wurde für das Neigungsfach
inhaltlich und organisatorisch durch den
kirchlich genehmigten Bildungsplan der Kursstufe
vom 23. August 2001 festgelegt. Mit diesem Unterricht
werden die Kompetenzen und Inhalte erarbeitet.