Spanisch ist die Sprache eines wichtigen Mitgliedslandes der Europäischen Union und eines großen Teils des amerikanischen Kontinents. Es ist Amtssprache in mehr als zwanzig Ländern dieser Erde und eine der am meisten gesprochenen Weltsprachen.
Die spanische Sprache eröffnet nicht nur den Zugang zu Spanien und Hispano-Amerika, sondern auch zu weiteren romanischen Sprachen und leistet so einen wichtigen Beitrag zur angestrebten Mehrsprachigkeit.
Hauptziel des Unterrichts von Spanisch als dritter Fremdsprache in Mittel- und Oberstufe ist der schrittweise Aufbau der Kommunikationsbereitschaft und -fähigkeit der Schülerinnen und Schüler. Interkulturelles Lernen wird durch die Beschäftigung mit landeskundlichen und literarischen Themen, die sich sowohl auf die Lebenswirklichkeit Spaniens als auch Hispano-Amerikas beziehen, gefördert. Die Jugendlichen erweitern ihre Allgemeinbildung und werden sensibilisiert für fremde Lebensweisen und Wertvorstellungen. Indem sie auch über den eigenen kulturspezifischen Hintergrund reflektieren, gewinnen sie einen vertieften Einblick in die soziokulturelle Realität und die Probleme außereuropäischer Länder und schärfen ihren Blick für die kulturelle Vielfalt im eigenen Land. Dadurch werden sie zu Offenheit, dem Abbau von Vorurteilen und mehr Toleranz hingeführt.
Der Spanischunterricht vermittelt Kompetenzen, die die Schülerinnen und Schüler im modernen Europa der offenen Grenzen und weltweit für Kontakte mit Hispanohablantes benötigen. Er ermöglicht ihnen, ihre fremdsprachlichen Fähigkeiten für Studium und Beruf zu erweitern und so ihre Zukunftschancen zu verbessern.
Vielfältige rezeptive, produktive und kreative Aktivitäten sowie der Umgang mit zunehmend authentischen Texten und Audiound Videomaterial fördern ihre Sprachkompetenz.
Selbstständiges und partnerschaftliches Arbeiten in schülerzentrierten Unterrichtsphasen und Übungsformen tragen zum Ausbau der Selbst- und Sozialkompetenz bei, die die Schülerinnen und Schüler zur Erarbeitung und Anwendung von fächerübergreifenden und fachspezifischen Lern- und Arbeitstechniken und Methoden und zum eigenverantwortlichen Lernen und Arbeiten befähigt. Durch die zunehmend selbstständige und kritische Einbeziehung von vielfältigen Medien wächst ihre Medienkompetenz.
Die Gestaltung des Lernprozesses berücksichtigt die Lernvoraussetzungen und das Lerntempo der jeweiligen Altersgruppe, wobei die mit der ersten beziehungsweise zweiten Fremdsprache erworbenen Kenntnisse, Fertigkeiten und Lernstrategien diesen Prozess erleichtern.
Die vorliegenden Bildungsstandards orientieren sich am Bildungsplan für das Gymnasium mit achtjährigem Studiengang und am Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen für Sprachen: lernen, lehren, beurteilen des Europarates. Bis zum Ende der Klasse 10 erreichen die Schülerinnen und Schüler annähernd das Niveau B1, bis zum Ende der Klasse 12 im Allgemeinen das Niveau B2. Die Bildungsstandards erfahren ihre konkrete Realisierung in Situationen, die für das Lebensumfeld von 14- bis 18-jährigen Jugendlichen in Deutschland und Spanien sowie zum Teil in Hispano-Amerika typisch sind. Anfangs werden erste Einblicke in geographische und gesellschaftliche Gegebenheiten Spaniens und Hispano-Amerikas, später weitergehende Kenntnisse einer Region beziehungsweise eines Landes sowie literarischer Zeugnisse vermittelt.