„Und was machst du nach dem Abitur?“ – eine Frage, die viele Schüler:innen beschäftigt. Beim zweiten Inspiration Day am THG gab es darauf so viele Antworten wie Lebenswege.
Am Freitagabend kehrten über 40 ehemalige Schüler:innen an ihre alte Schule zurück und berichteten von ihren Erfahrungen nach dem Abschluss. Rund 90 Jugendliche aus den Klassen 9 bis 13 nutzten die Gelegenheit, zuzuhören, nachzufragen und ganz persönliche Einblicke zu bekommen. Nach der gelungenen Premiere 2024 zeigte sich auch diesmal: Der Inspiration Day ist ein besonderer Teil unserer Berufs- und Studienorientierung.
Schnell wurde dabei deutlich: Nicht jeder Weg verläuft geradlinig – und das ist völlig in Ordnung. Annika erzählte, dass sie erst einen anderen Studiengang und eine Ausbildung begonnen hatte, bevor sie schließlich ihre Leidenschaft für Architektur entdeckte. Manchmal muss man eben zweimal oder sogar dreimal aufbrechen, um am richtigen Ziel anzukommen.
Ein Gap Year kann dabei helfen, sich zu orientieren, neue Erfahrungen zu sammeln und herauszufinden, was einem wirklich wichtig ist – etwa beim Work & Travel in Kanada, im Freiwilligen Ökologischen Jahr oder bei einem FSJ an einer Grundschule oder im Krankenhaus.
Pascal räumte derweil mit verbreiteten Klischees auf: Wer Soziologie studiert, wird nicht unbedingt automatisch Taxifahrer – vielmehr eröffnen sich auch hier vielfältige berufliche Möglichkeiten. Leonie berichtete von ihrer Arbeit als Notfallsanitäterin und machte klar, dass dieser Beruf nicht nur Verantwortungsgefühl verlangt, sondern auch körperliche Fitness: Schließlich müssen medizinische Geräte manchmal bis in den sechsten Stock getragen werden.
Auch ganz praktische Tipps gab es: Für den Einstellungstest bei der Polizei braucht man laut Katrin nicht nur Ausdauer, sondern auch sichere Rechtschreibung. Und dass berufliche Erfüllung nicht nur im Studium zu finden ist, zeigte der Weg von Charlotte, die heute mit Begeisterung als Goldschmiedin arbeitet.
Der Abend machte vor allem eines deutlich: Jede und jeder muss seinen eigenen Weg finden. Entscheidend ist, die eigenen Stärken und Interessen zu entdecken – und den Mut zu haben, ihnen zu folgen. Vielleicht hat der Inspiration Day dafür bei manchen eine neue Idee gesät. Wohin sie wächst, wird sich zeigen.
Philipp Müller, 13. März 2026







