Am 22. und 23. Mai ging es für die beiden Leistungskurse Gemeinschaftskunde der JS1 und JS2 mit dem Deutschlandticket nach Frankfurt am Main – zwei Tage voller spannender Einblicke in Wirtschaft, Politik und Geschichte. Neben wichtigen Themen für das Abitur in Wirtschaftspolitik blieb auch genug Zeit, die Stadt zu erkunden und das typisch hessische Essen zu genießen.
Besuch im Geldmuseum der Bundesbank
Unser erster Programmpunkt war das Geldmuseum der Deutschen Bundesbank. Dort drehte sich alles um Geldwertstabilität, Inflation und die Aufgaben der Europäischen Zentralbank. Besonders interessant war die Frage, wie die Inflationsrate innerhalb der Europäischen Union beziehungsweise der Eurozone berechnet wird. Dabei lernten wir, dass nicht einfach nur die Preisentwicklungen der einzelnen Länder addiert werden, sondern dass die Mitgliedsstaaten entsprechend ihrer wirtschaftlichen Bedeutung unterschiedlich gewichtet in die Berechnung des Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) einfließen. Grundlage dafür ist ein europaweit abgestimmter Warenkorb, der Konsumausgaben privater Haushalte abbildet. Dadurch wurde deutlich, wie komplex die Ermittlung der europäischen Inflationsrate tatsächlich ist.
Auch die Themen Zins und Zinseszins wurden anschaulich erklärt und anhand praktischer Beispiele nachvollziehbar gemacht.
Natürlich durfte auch das Thema Falschgeld nicht fehlen. Wir bekamen hilfreiche Tipps, wie man gefälschte Geldscheine erkennt: fühlen, sehen und kippen – also auf besondere Oberflächen, Wasserzeichen und Hologramme achten.
Das absolute Highlight wartete jedoch am Ende des Museumsbesuchs: Ein echter Goldbarren durfte angefasst werden! Dabei stellten wir fest: So ein Goldbarren ist überraschend klein – aber unglaublich schwer. Einige wollten ihn am liebsten direkt mitnehmen, scheiterten aber spätestens am Gewicht.
Freizeit und typisch frankfurter Abendessen
Nach dem Museumsbesuch blieb Zeit zur freien Verfügung. Einige erkundeten die Innenstadt, andere genossen das schöne Wetter am Main oder nutzten die Gelegenheit zum Shoppen.
Am Abend ging es gemeinsam in eine traditionelle Apfelweinwirtschaft. Dort konnten wir typisch frankfurter Spezialitäten probieren: Frankfurter Schnitzel mit Grüner Soße, Apfelwein und viele weitere Leckereien sorgten für einen gelungenen Abschluss des ersten Tages.
Demokratie hautnah: Die Paulskirche
Am Freitag stand zunächst eine Stadtführung zum Thema Demokratie auf dem Programm. Im Mittelpunkt stand dabei die Frankfurter Paulskirche – ein Ort mit großer Bedeutung für die deutsche Geschichte. Hier tagte 1848 die erste deutsche Nationalversammlung und es wurde über Freiheit, Grundrechte und Demokratie diskutiert.
Nach der Führung war klar: Wahrscheinlich kennt jetzt niemand die Paulskirche besser als wir. Manche von uns könnten vermutlich inzwischen selbst Führungen anbieten.
Besuch der Frankfurter Börse
Am Nachmittag besuchten wir die Frankfurter Börse. Dort erhielten wir einen spannenden Vortrag über den DAX und die Entwicklung des deutschen Aktienmarkts.
Wir lernten unter anderem:
- wie der DAX funktioniert,
- wie sich seine Zusammensetzung verändert,
- warum Unternehmen unbedingt in den DAX aufgenommen werden wollen,
- und welchen Unterschied es zwischen einem Kursindex und einem Performanceindex gibt.
Besonders spannend war der Blick in die Geschichte: Bereits 1922 gab es mit dem Aktienindex des Statistischen Reichsamts einen ersten deutschen Aktienindex. Der heutige DAX wurde schließlich 1988 eingeführt.
Interessant war auch der Vergleich zwischen den Unternehmen von damals und heute. Einige bekannte Namen sind verschwunden, andere neu dazugekommen. Sogar Degussa – passend zu unserem Goldbarren-Erlebnis aus dem Geldmuseum – gehörte 1988 noch zum DAX.
Außerdem konnten wir den berühmten Ort sehen, an dem häufig die Börsenberichte der Tagesschau aufgenommen werden.
Nach zwei intensiven und abwechslungsreichen Tagen ging es schließlich mit dem Zug zurück nach Hause. Die Exkursion nach Frankfurt war nicht nur informativ und hilfreich für das Abitur, sondern auch eine tolle Gelegenheit, Wirtschaft und Demokratie einmal außerhalb des Unterrichts hautnah zu erleben. Ein rundum gelungener Aufenthalt!
Hanna Gutstein, 22. Mai 2026







