
Im Rahmen der Gemeinschaftskundeeinheit „Zuwanderung nach Deutschland“ besuchten die Klassen 10a und 10b die Wanderausstellung YOUNIWORTH beim Jugendmigra-tionsdienst in Pforzheim. Die Ausstellung war dort vom 8. bis 17. Juli 2026 zu Gast und stand unter dem Motto „Verstehen. Begegnen. Zusammenleben.“ Ein besonderes Merkmal der Ausstellung ist das Peer-to-Peer-Konzept: Die Führungen werden von sogenannten Peer-Guides, also Gleichaltrigen, durchgeführt. Dadurch entstand von Beginn an eine offene und vertrauensvolle Atmosphäre, die den Schülerinnen und Schülern einen unkomplizierten Austausch und die Möglichkeit bot, ihre Fragen und Gedanken einzubringen.
Nach einer gemeinsamen Einführung konnten die Jugendlichen an sieben multimedialen Stationen das Thema Migration eigenständig erkunden und vertiefen. Ein Erklärfilm vermittelte zunächst grundlegende Informationen zu Flucht und Migration. Im anschließenden digitalen Kofferspiel mussten die Schülerinnen und Schüler unter Zeitdruck entscheiden, welche wenigen Gegenstände sie in einer Fluchtsituation mitnehmen würden. Die Aufgabe machte eindrucksvoll deutlich, vor welchen schwierigen Entscheidungen Menschen auf der Flucht stehen.
Eine weitere Station zeigte anhand bekannter deutscher Begriffe, wie selbstverständlich Wörter mit Wurzeln in den unterschiedlichsten Sprachen und Kulturen Teil unseres Alltags geworden sind. An der Hörstation „Musik verbindet“ wurde deutlich, dass Musik aus anderen Ländern und in verschiedenen Sprachen für die meisten Jugendlichen längst selbstverständlich ist und Menschen über kulturelle Grenzen hinweg verbindet.
Besonders bewegend waren die Videointerviews „Junge Menschen im Porträt“, in denen Jugendliche und junge Erwachsene ihre persönlichen Fluchtgeschichten schilderten. Diese authentischen Einblicke vermittelten den Schülerinnen und Schülern eindrucksvoll, welche Herausforderungen mit Flucht, Ankommen und Neuanfang verbunden sind. Auch die Hör-, Seh- und Entdeckerstation „Leben organisieren“ mit dem Story-Spiel „Weiß der Wimmel!“ veranschaulichte, wie komplex der Aufbau eines neuen Lebens in einer fremden Umgebung ist.
An der Station „Bist du einem Vorurteil auf der Spur?“ setzten sich die Schülerinnen und Schüler mithilfe eines Selbsttests kritisch mit eigenen Denkmustern und Vorurteilen auseinander. Den Abschluss bildete die Frage „Wie wollen wir zusammenleben?“. Viele Schülerinnen und Schüler formulierten ihre persönlichen Wünsche und Vorstellungen auf Karten, die an einer bereits reich gefüllten Wand aufgehängt wurden und ein vielfältiges Bild gemeinsamer Werte und Zukunftsvorstellungen entstehen ließen.
Der Besuch der Ausstellung bot den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, ein gesellschaftlich relevantes Thema auf anschauliche, interaktive und lebensnahe Weise zu erleben. Durch die abwechslungsreichen Stationen sowie den direkten Austausch mit den Peer-Guides wurden vielfältige Perspektiven auf Migration eröffnet und wichtige Impulse für ein respektvolles und gelingendes Zusammenleben in einer vielfältigen Gesellschaft vermittelt. Die Ausstellung regte die Jugendlichen dazu an, eigene Sichtweisen zu reflektieren und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Dominik Schütze, 15. Juli 2026




